Speed-Hikingtour von der Edelrautehütte auf die Planneralm

Wer auf der Suche nach einer langen Ausdauertour ist, wird bei dieser Route auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Man sollte jedoch einige Stunden an Zeit einplanen! Hier erfährst du, wie es mir bei der Durchquerung ergangen ist!

7:23 war der Start am Parkplatz vor der Edelrautehütte 1670m (am Ende der Mautstraße/6€Mautkosten) und von dort ging es auch schon rauf zum ersten Gipfel, dem Hauseck (1982m).

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Nach dem kleinen Gipfelsieg führte der Weg  auch schon weiter zum höchsten Punkt der Tour, nämlich auf den Großen Bösenstein (2448m). Über einen leicht ausgesetzten Grat und ein paar kleinen Schneefeldern erreichte ich das Gipfelkreuz. Leider war meine Freude über das Erreichen des Gipfels begrenzt! Dichter Nebel, Starkregen und Sturmböen trübten die Hoffnung, dass ich die Route zu Ende bringe! Auch meine Kleidung konnte diesmal ihre Qualität unter Beweis stellen!

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Zum Rasten blieb keine Zeit und ich bewegte mich im Laufschritt Richtung kleinen Bösenstein (2395m). Über den Grat (Perwurzleiten) lief ich dann weiter (vielleicht in der Hoffnung, dem Wetter davonzulaufen) zum Perwurzgupf (2082m). Ich hatte Glück, da der Nebel und der Regen vorerst am Bösenstein hängen blieb! Leider wich der strake Wind nicht von meiner Seite, aber damit musste ich mich abfinden!

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Vorbei am Zinkenkogel(2233m) führte mich ein langer Bergauf-bergab-Grat, der kaum ein Ende zu nehmen schien zum Fuße des kleinen und großen Geierkogels(1854m).

Beim Aufstieg des Geierkogels ist trotz Stahlseil gesicherten Steiges gute Trittfestigkeit und Schwindelfreiheit gefragt!

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am Aufstieg zum Geierkogel

Mit dem Erreichen des Hochschwung(2196m)  war 1/3 der Strecke geschafft! Mein Plan, dass ich die Route heute zu 100% schaffe, schien aufzugehen. Ich war ziemlich im Zeitplan und meine Beine trieben mich immer noch sehr rasch vorwärts!

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den Gipfel des Hochschwung ließ ich schnell hinter mir

Dann begann die Gratwanderung, doch nicht nur landschaftlich, sondern auch meine Kräfte begannen zu schwanken. der Wind wurde immer stärker und allmählich kam auch der Regen wieder, was ein schnelles Vorwärtskommen nahezu unmöglich machte!

Nun begann der Kampf nicht nur mit der Kraft sondern auch im Kopf. Sollte ich weitergehen, oder sollte ich mich nach dem nächsten Abstieg in Richtung Tal umsehen. Ich entschied mich weiter zu gehen, denn Option B kam für mich nur im äußersten Notfall in Frage. warum jetzt abbrechen, ich bin doch schon so gut wie angekommen.

Wie in Trance stieg ich weiter über die Gipfel  Schattnerzinken(2156m), Seitnerzinken(2164m), Schrattnerkogel(2104m) bis zu den Windlucken, die  nicht umsonst diesen Namen tragen.

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bei Windgeschwindigkeiten von 100km/h war an ein schnelles Weiterkommen kaum mehr zu denken und es begann der Kampf gegen mich selbst, aber so ein Sturkopf wie ich ließ sich nicht unterkriegen!

Endlich erreichte ich den Kreuzkogel (2109m) und die Breiteckkoppe (2144m)! Von da an wusste ich, dass ich mehr als  3/4 der Strecke erreicht habe und sich der Weg langsam Richtung Norden zur Planneralm dreht!

Das Gipfelglück konnte ich nicht lange genießen, denn von der Nordwestseite zogen düstere, dunkelgraue Wolken auf, die mir den Rest der Tour noch zusätzlich erschweren könnten! Ich holte alle meine Reserven die ich noch irgendwo in meinem Körper hatte heraus und lief vorbei am Kreuzberg(2045m) und vorbei am Hintergullingspitz (2054m)!

Endlich… ich konnte die Bergstation vom Gläserbodenlift sehen und sie war nur noch einen Anstieg entfernt! Ich stolperte beinahe bergauf, da vor lauter Freude, kaum noch konzentriert bleiben konnte. Mit dem Wissen, dass ich es tatsächlich geschafft habe!

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Beim letzten Anstieg kamen mir noch die sterblichen Überreste eines Hirsches unter und ich wusste, dass ich so nicht enden wollte! Spaß bei Seite, es wird Zeit ans Ziel zu kommen!

YEEEEESSSS! Ich hab´s geschafft! Trotz widrigster Wetterverhältnisse konnte ich mein Vorhaben bis zum Schluss durchziehen! Es war einfach atemberaubend und überwältigend.

Diese Tour hat mir wieder gezeigt, dass die Natur die Spielkarten austeilt, doch manchmal zieht man halt den Joker!

Tourdaten:

Anstieg: 4582m       Abstieg: 4668m       Höchster Punkt: 2448m

Distanz: 30,0km

Dauer: 8h 24min ( Als Wandertour sind bis 14Stunden einzurechnen!)

Trittfestigkeit und alpine Erfahrung vorausgesetzt!

Wichtig für die Ausrüstung: Biwaksack, Erste-Hilfe Paket, Viel Wasser, da fast keine Wasserquellen an der Route sind! Regenkleidung, Karte mit Kompass, GPS-Gerät, Handy

 

höhenprofil Hohentauern

 

 

 

 

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