Mein erster 12 Stunden -Einzelbewerb beim 24h Lauf in Irdning!

Hier ist ein Einblick über mein 12h Laufprojekt mit einigen Angaben zur Vorbereitung und wie es mir während des Laufes ergangen ist

Wie kommt man eigentlich auf den Gedanken bei einem Ultralauf teilzunehmen?

In erster Linie sollte man sich seiner körperlichen Fitness bewusst sein und schon einige Läufe mit größeren Distanzen in den Beinen haben! Natürlich gibt es Ausnahmen, die vorher noch keinen Marathon gelaufen sind und gleich bei einem Ultralauf-Event teilgenommen haben.

Ich war letztes Jahr schon in einer 4er Staffel über  die 24Stunden dabei(ca.80kmLaufleistung) und habe daher schon einiges an Erfahrung gesammelt, um mir ungefähr vorstellen zu können, was auf mich zukommen könnte!

Und vielleicht habe ich mich für einen Ultralauf entschieden, da ich in diesen Läufen mehr Potential sehe und  es vielleicht nicht nur um die Pace geht, sondern auch viel um Einteilung und Taktik, vergleichbar mit der Formel-1…selbst der schnellste Wagen bringt keinen Sieg ein, ohne die richtige Boxenstopp-Strategie gewählt zu haben.

Wie sah die Vorbereitungsphase aus ?

Meine Vorbereitungen begannen eigentlich schon im Herbst des vergangen Jahres wo ich auch beim Graz-Marathon teilnahm. Auch im normalen Training waren die Läufe kaum kürzer als 20-40km. Im Winter hielt ich mich mit Skitouren fit, um meine Ausdauer zu verbessern. Ab März begann dann auch schon wieder die Laufsaison und ich kam mit 5-6 Trail-Läufen (pro Woche) sehr gut in die Frühjahrs-Saison!

Trotz 4-Schichtarbeit (auch am Wochenende) schaffte ich eine durchschnittliche Kilometersumme von 90km pro Woche inkl. einigen Höhenmetern, manchmal mehr, manchmal weniger, da es zwischen den Nachtschichten einfach zur Überbelastung des Körpers führen hätte können!

Ich nahm auch beim WingsforLife-Run (35km erreicht)und beim Hochkönigman (24km1500hm) teil, um immer wieder Motivation und Bestätigung für meine Trainingsleistung zu bekommen!

Nun waren es nur noch Zwei Wochen bis zum Lauf. Ich war vorher noch am Großglockner um noch zusätzlich etwas für meine Ausdauer zu machen und die letzten Tage bis zum Start machte ich nur noch kleinere lockere Einheiten um meinen Körper nicht mehr unnötig zu belasten!

Welches Ziel hatte ich für meinen Lauf geplant?

Viele werden sich denken, dass man sich keine Ziele setzten braucht, gemäß dem olympischen Gedanken „Dabeisein ist alles“! Dem ist aber nicht so. Ich hatte ein Primärziel (84,5km d.h doppelte Marathondistanz) und ein Sekundärziel, welches sicher jeder Ultraläufer schon einmal hatte und zwar die 100km Marke zu erreichen!

Ein weiteres Ziel war auch, meine mentale Stärke zu testen, denn 12 Stunden auf einer Strecke von A nach B zu laufen ist das eine, doch 12Stunden einen Rundkurs abzulaufen, die andere!

Macht man solch einen Lauf nur für sich selbst oder um anderen etwas zu beweisen?

Man macht es nur für sich! Auch wenn man sich über die Anerkennung der Anderen freut und jeder der mich kennt, weiß was es heißt, neben Schichtarbeit auch noch Zeit für solch ein Projekt zu haben!

Wie sah die Ernährung vor dem Lauf aus?

Ich habe mich die letzten Tage vor dem Lauf von Nudeln ernährt und fettiges Essen vermieden! Ich möchte auch keine Ernährungstipps geben, denn das soll jeder für sich selber entscheiden, um keinen Ernährungsexperten auf die Füße zu treten!

Doch ein Bier am Abend vor dem Wettkampf ist für mich schon eine Art Ritual geworden! 🙂

Die Verpflegung

Als Verpflegung bereitete ich mir einige Haferflocken-Riegel und Power-Gels vor! Zum Trinken befüllte ich 3 Soft-Flasks mit Wasser , 2 mit ISo-Getränken und eines mit (alkoholfreiem) Bier. So konnte ich mir immer eines dieser Getränke für die Runde mitnehmen und musste nicht stehen bleiben! Kleiner Tipp: Softflasks sind praktischer als herkömmliche Becher, da die Flüssigkeit dort hinkommt wo sie hingehört und nicht auf die Kleidung! 😀

Ich habe mir ca. jede fünfte Runde(1Runde 1,25km) eine Flasche mitgenommen und einen halben Riegel um meinen Magen nicht zu sehr zu überfordern!

Auch auf diverse andere Nahrungsergänzungsmittel und Pulver habe ich verzichtet, denn die Gefahr wäre zu groß gewesen, dass der Magen versagt!

Also immer nur die Mittel zu euch nehmen mit denen ihr wirklich vertraut seid, ansonsten kann es sehr schnell nach hinten los gehen!

 

Der Lauf

07:00Uhr : Start! …und es regnete wie aus Eimern! Ich startete mit einem sehr guten Tempo und fühlte mich trotz des Regens sehr wohl! Ich hatte auch einen Läufer an meiner Seite der genau in meinem Tempo lief und so vergingen die ersten Runden ziemlich schnellSAM_0153.JPG

 

 

 

Nach zwei Stunden Dauerregen lockerte es auf und ich konnte die Regenjacke ablegen! 25km waren geschafft. Alles lief nach Plan. Ich freute mich immer wieder, wenn ich ins Startgelände zurückkam, da ich fast bei jeder Runde vom „Bergsport Vasold“- Team angefeuert wurde! Solche Momente helfen immer, auch wenn man es nicht immer ganz wahr nimmt!

Die Marathon-Distanz war geschafft und ich hatte eine Durchschnitts-Pace von 5:45min/km. Alles sah danach aus, dass ich meine Ziele erreichen würde!

50km /5h Laufzeit: irgendwie läuft es sich nicht mehr so rund, wo waren meine leichten Füße die mich so gut voran trieben? Ich versuchte alles mögliche um mit meinen Laufpartner, der mich schon die ganze restliche Distanz begleitete mitzuhalten. Doch ich musste das Tempo drosseln um nicht mehr Schmerzen zu bekommen! Es waren nicht wirklich Ermüdungserscheinungen und auch keine Krämpfe, es waren Schmerzen im rechten Fuß die ich so noch nie hatte. Ich lief einfach weiter und dachte mir einfach, dass ich mich daran gewöhnen musste! Vielleicht war der Schmerz deshalb nur m rechten Fuß, weil der Rundkurs hauptsächlich rechtsdrehend war, man weiß es nicht!

Im Blick hatte ich auch immer die Uhr und ich dachte mir: 50km und 5 Stunden Laufzeit, da Habe ich ja noch 7 Stunden Zeit für meine 100 Kilometer, das sollte sich doch ausgehen. Rechnerisch ja, körperlich kamen schon erste Zweifel auf!

 

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Mittlerweile lief ich allein, also zumindest keiner der mit mir Seite an Seite lief und ich begann mich auf irgendeine Art  abzulenken! Ich lies meine beine ihre Arbeit machen und in meinem Kopf erzählte ich mir selber alle Witze die ich so in meinen Kopf hatte, es waren einige! Und es wirkte tatsächlich und ich konnte mich wieder etwas „erholen“.

Nun war ich bei 75km und mich holten die Fußschmerzen im rechten Fuß wieder ein. Meine Freundin die mit ihrer 12er Damenstaffel auf Siegeskurs waren, überredete mich dazu, für 15 Minuten zu pausieren!

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Nach der Pause nahm ich wieder „Fahrt“ auf, aber Laufschritte waren kaum noch möglich! Ich schaffte es dennoch mit etwas schnellerem Gang vorwärts zu kommen und erreichte die 80km Marke! Ich wusste, dass die 100km nicht mehr zu schaffen waren und für die 90km war der Zug eigentlich auch schon so gut wie abgefahren! So konzentrierte ich mich auf mein Primärziel (85km) bei dem es dann auch blieb!

Die letzte halbe Stunde vor Ende des Rennens begann es nochmal zu regnen! In 30 Minuten noch 5 Kilometer zu schaffen erwies sich für mich als unmöglich und so entschied ich mich dazu im Zelt auf die Schlussirene zu warten!

Wenn ich mich noch durch den Regen gequält hätte, wäre ich wahrscheinlich komplett ausgekühlt und ganz ehrlich, 85 oder 89 Kilometer machen auch keinen Unterschied!

Für mich war der Lauf mit Höhen und Tiefen geprägt, doch was bleibt ist die Erfahrung und der Stolz! Das werde ich für nächstes Jahr mitnehmen!

Ein großer Dank geht an den Laufverein „Flinke Horde ÖAV Mandl Sport 2000 Gröbming“ für die Unterstützung und Bereitstellung der Zelte etc.

Danke an Garmin für die „FENIX 5“ Uhr, die mir zum Testen bereitgestellt wurde

Und an alle die mich an der Strecke angefeuert und motiviert haben!

 

Die Fakten:GOPR1571_1499005242067_high.JPG

Distanz: 85,24km

Pace: 7:45min/km

Kalorien: 6000kcal

Durschn. HF: 140bpm

Anstieg: 169m

Abstieg: 177m

 

Und damit ich auch wieder bestens regeneriert stehen ein paar Tage Pause an! Da darf auch ein Massagetermin nicht fehlen! Vielen Dank auch an Marlies Heilmassagen !

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